Eine Gemeinschaftsschule ist eine Schulform, in der längeres gemeinsames Lernen und die individuelle Förderung von Begabungen und Fähigkeiten eines Kindes im Vordergrund steht. In einer Gemeinschaftsschule soll jedes Kind den für sich bestmöglichen Abschluss erreichen. Es sind grundsätzlich alle Bildungsabschlüsse möglich (Hauptschulabschluss, mittlerer Bildungsabschluss, Abitur).
In der Regel umfasst eine Gemeinschaftsschule die Sekundarstufe I (Klassenstufen 5 bis10). Wenn die Gemeinschaftsschule in der Klassenstufe 10 eine genügend große Zahl von Schülerinnen oder Schülern mit Gymnasialniveau hat, kann sie eine Sekundarstufe II (Klassenstufen 11 bis13) zusätzlich anbieten. Auch die Aufnahme der Primarstufe (Klassenstufen 1 bis 4) in eine Gemeinschaftsschule ist möglich. Insgesamt ergeben sich also vier Modellvarianten:
Klassenstufen 1 bis 10
Klassenstufen 5 bis10
Klassenstufen 5 bis13
Klassenstufen 1 bis13
Eine Gemeinschaftsschule ist zumindest in den Klassenstufen 5 bis10 stets eine Ganztagsschule. Das bedeutet, dass an 3 oder 4 Tagen der Woche ein Ganztagesbetrieb mit rhythmisiertem pädagogischen Angebot gewährleistet sein muss. Für Weissach und Flacht ist zunächst die Gemeinschaftsschule Kl. 1-10 angestrebt, das Abitur (Kl. 11-13) kann dann auf einem kooperierenden Gymnasium abgelegt werden). Die Grundschule in Flacht soll erhalten bleiben und nach denselben pädagogischen Grundsätzen unterrichten.
Derzeit kann in Weissach der Hauptschulabschluss nach Klasse 9 sowie der mittlere Bildungsabschluss nach Klasse 10 abgelegt werden. Es wird nach den Bildungsplänen der Haupt- und Realschule unterrichtet.
Die derzeit gültigen Bildungspläne für die allgemein bildenden Schulen Baden-Württembergs stammen aus dem Jahr 2004. Im Rahmen der geplanten Reform der Bildungspläne 2015/16 werden die Bildungspläne WRS(HS)/RS/Gym vertikal und horizontal so abgestimmt, dass sie die Grundlage für den Bildungsplan Gemeinschaftsschule bilden. Die GMS arbeiten zunächst in den Jahrgangsstufen 5 und 6 nach dem Bildungsplan der Realschule 2004 unter Einbeziehung gymnasialer Standards.
Im Endausbau werden an der Gemeinschaftsschule Lehrkräfte aller Schularten unterrichten. Alle Lehrerinnen und Lehrer können in allen Lerngruppen der Sekundarstufe I eingesetzt werden. Wenn die Gemeinschaftsschule eine Sekundarstufe II anbietet, unterrichten dort nur Gymnasiallehrerinnen und -lehrer. Die Gemeinschaftsschulen werden neue Stellen grundsätzlich durch schulbezogene Ausschreibungen besetzen.
An der Gemeinschaftsschule werden die gleichen Bildungsabschlüsse erworben wie an den „herkömmlichen“ Schulen. Grundlage sind die bundesweit gültigen Bildungsstandards von Hauptschule, Realschule und Gymnasium. So können Eltern sicher sein, dass ihre Kinder bei einem Umzug innerhalb Baden-Württembergs oder Deutschlands in anderen Schulen Anschluss finden.
Es gibt bereits vielfältige Erfahrungen auf diesem Gebiet inner- und außerhalb Baden-Württembergs, wir müssen also nicht das Rad neu erfinden. Gerade die Pisa-Ergebnisse aus Skandinavien und Kanada machen deutlich, wie sehr die moderne Pädagogik bei der Arbeit mit heterogenen Gruppen vorangeschritten ist. Zudem ist die Lichtenberg- Gesamtschule Göttingen auf der Grundlage dieser Pädagogik 2011 von der Robert-Bosch-Stiftung als beste Schule Deutschlands ausgezeichnet worden. Konzepte des gemeinsamen Lernens machen es möglich, die Abschlüsse und Leistungen in den Schulen deutlich zu verbessern.
Die Schulen, die das Konzept bereits jetzt anwenden, zeigen das Gegenteil: Alle Schülerinnen und Schüler profitieren in der Regel davon, wenn die guten die schwächeren unterstützen. Zum einen müssen die guten den Stoff selbst in den Griff bekommen um ihn erklären zu können. Auch Wiederholungen sind da sinnvoll. Zum anderen sind selbst gute Schüler in verschiedenen Fächern unterschiedlich leistungsstark, sie kommen so auch selbst immer wieder in die Situation des Hilfesuchenden und können von diesem System profitieren.
Natürlich ist Ihr Kind auch weiterhin gut betreut, da wir in Weissach weiterhin die Hortbetreuung für die Klassenstufen 5 und 6 anbieten werden, von Montag bis Freitag bis 17 Uhr.
In aller Regel soll das pädagogische Konzept einer Gemeinschaftsschule so aufgebaut sein, dass Schule in der Schule bleibt. Ihr Kind hat also wirklich Feierabend, wenn es nach Hause kommt.
Wir streben an, diese Vereinsaktivitäten teilweise in das Schulleben zu integrieren und werden hierzu eine enge Kooperation mit den örtlichen Vereinen suchen.