Gemeinde Weissach

Otto Mörike

Der Namensgeber des Altenpflegeheims in Flacht

Pfarrer Otto Mörike:

Pfarrer Otto Mörike Sein Leben und Wirken:

  • 7.April 1897 in Dürrwangen (Kr. Balingen) als Pfarrersohn geboren
  • Otto Mörike ist Nachkomme (Ururenkel) des jüngsten Bruders des Großvaters des Dichters
  • Nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg studierte Mörike in Tübingen evangelische Theologie (1919-1922), wobei er bes. von Adolf Schlatter geprägt wurde.
  • Seit 1925 amtierte er als Pfarrer in Oppelsbohm (Kr. Waiblingen), anschließend in Kirchheim unter Teck (1935-1938).
  • Im Kirchenkampf trat Otto Mörike auf die Seite der Bekennenden Kirche und war Mitglied des Landesbruderrats und stellvertretender Delegierter im Reichsbruderrat. Nachdem seine entschiedene Gegnerschaft gegen das NS-Regime wiederholt Zusammenstöße heraufbeschworen hatte und ihm 1936 der Lehrauftrag für den Religionsunterricht entzogen wurde, kam es anläßlich der Abstimmung zum Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich im April 1938 zum Eklat: In einer ausführlichen Erklärung, die er - wie auch seine Gattin Gertrud (1904-1982) - in die Wahlurne warf, verweigerte Mörike Hitler seine Zustimmung, was ihm schwere Mißhandlungen durch eine von der SA aufgebrachte Menge und »Schutzhaft« eintrug; er wurde zu zehn Monaten Gefängnis mit Bewährung verurteilt und galt fortan als »verbissener Gegner« des Nationalsozialismus.
  • 1939 übernahm er die Gemeinden Weissach und Flacht. Im dortigen Pfarrhaus beherbergte er verfolgte Juden und vermittelte ihnen auch andernorts Quartiere; ebenso organisierte er Hilfsaktionen für inhaftierte Pfarrer.
  • 1947 wurde Mörike auf die Pfarrei Stuttgart-Weilimdorf versetzt
  • 1953 wurde er schließlich zum Dekan von Weinsberg ernannt
  • Im Ruhestand engagierte er sich in der Friedensbewegung und führte den Vorsitz der »Aktion Sühnezeichen« in Württemberg
  • Für ihre Verdienste um die Juden erhielt das Ehepaar Mörike 1971 die Yad-Vashem-Medaille; zu ihrem Gedächtnis wurde 1975 in der »Allee der Gerechten« in Jerusalem ein Baum gepflanzt.
  • Otto Mörike starb am 9.Juli 1978 in Schorndorf.