Verwaltung
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Weihnachten - das Fest des Friedens und der Freude steht unmittelbar bevor. In der Hektik der Vorweihnachtszeit freuen wir uns auf erholsame Stunden im Kreise der Familie und Freunde, Zeit für Besinnlichkeit und Ruhe. Die Feiertage bringen uns die Botschaft der Freude und Zuversicht, und diese Kraft des Positiven wirkt überall dort besonders stark, wo Menschen für andere da sind.
Es ist aber auch die Zeit, in der wir die Ereignisse des Jahres noch einmal Revue passieren lassen.
Die öffentlichen Haushalte sind unterfinanziert, zwischen Einnahmen und Ausgaben klaffen riesige Lücken. Wenn in der Vergangenheit der Ausgabenzuwachs durch Wachstum teilweise noch aufgefangen werden konnte, stagniert das Wirtschaftswachstum seit nunmehr vier Jahren. Immer mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze gehen verloren. In Deutschland hat jeder Zweite Angst um seinen Arbeitsplatz. Das ist eine besorgniserregende Zahl. Gleichzeitig fällt es uns schwer, auf die gewohnten Wohltaten des Staates zu verzichten.
Vieles befindet sich im Umbruch. Wir stehen auch im Landkreis Böblingen vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen und müssen uns immer mehr darauf einstellen, das öffentliche Leben in manchen Bereichen neu zu ordnen.
Auch die Kommunen - die Städte, Gemeinden und die Kreise - sehen verstärkt, dass es der Mangel an Geld verbietet, in Projekte für die Zukunft zu investieren. Unsere vorrangige Aufgabe wird es deshalb in den kommenden Jahren sein, das Erreichte zu bewahren und darauf zu achten, dass vor allem im sozialen Bereich das Netz der Mitmenschlichkeit aus bürgerschaftlichem Engagement, kommunalen und kirchlichen Einrichtungen erhalten bleibt.
Aber auch jeder von uns muss umdenken. Wir alle haben zu lange die Solidarität des Staates über die Subsidiarität, also dessen nachrangige Hilfeleistung, gestellt. Wir haben die Eigenverantwortlichkeit und damit das Zusammenstehen als Gemeinschaft mehr und mehr verdrängt.
Vor allem in der besinnlichen Weihnachtszeit sollten wir uns fragen, ob wir in unserer an Wohlstand und Konsum orientierten Gesellschaft immer die richtigen Akzente setzen. Gerade die Weihnachtsbotschaft kann uns Impulse geben, den Werten Toleranz, Hilfsbereitschaft, Rücksicht, Zivilcourage, Mut und Mitmenschlichkeit wieder mehr Bedeutung beizumessen und dadurch neue Kraft für die Bewältigung der anstehenden Probleme zu schöpfen.
Lassen Sie uns den Mut zum Handeln nicht verlieren! Ich bin mir sicher: Wir brauchen ein neues Zutrauen, ein neues Vertrauen in unsere Wertegemeinschaft. Wer eigenverantwortlich handelt, handelt immer auch solidarisch, weil er die Allgemeinheit entlastet. Wer solidarisch handelt, handelt immer auch eigenverantwortlich, weil er der Allgemeinheit dient, zu der er selbst gehört.
In diesem Sinne danke ich all jenen, die sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen und das Gemeinwohl einsetzen und dadurch so viel Positives bewirken. Dieser Einsatz ist gelebte Demokratie. Er macht unsere Welt ein Stück menschlicher und wärmer. Auch allen, die über die Feiertage arbeiten müssen, im Krankenhaus, Altenheim, bei der Polizei, dem DRK, der Feuerwehr oder an anderer Stelle, sage ich ganz herzlich Dankeschön.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie besinnliche Feiertage, einen gelungenen Start in das neue Jahr und für die Zukunft alles erdenklich Gute.
Herzlichst
Ihr
Bernhard Maier
geschrieben von der Pressestelle des Landratsamtes am 14.12.2005 um 15:12 Uhr.