Lokale Agenda
Unsere heimischen Waldameisen, hier bei uns Klemmer genannt, haben den Winter gut überstanden. Bei günstiger Witterung und Sonneneinstrahlung sind sie wieder voller Energie und enormen Arbeitseifer. Nach dem Winterschlaf kommen sie in Massen aus ihren Hügeln, lassen sich von der Sonne bestrahlen und tragen mit ihren Körpern die aufgenommene Wärme in den Bau, um darin die Temperatur auf mehr als 10 Grad zu erhöhen. Diese Erwärmung des Innenraums ist notwendig, da ein Großteil des Volkes sich nur im Innern des Nestes befindet und dort die von der Königin zugeteilte Arbeit verrichtet. Auch die Königin selbst ist, mit Ausnahme des Hochzeitsfluges, ihr ganzes Leben tief im Innern des Baus geschützt und geborgen.
Nach dem Winterschlaf wird überall wo es notwendig ist der Bau ausgebessert, gereinigt und mitunter auch vergrößert. Die Umweltbedingungen der Waldameisen können sich auch im Laufe der Jahre verändern. Wichtig sind Nahrung, Wasser, Sonneneinstrahlung und auch Erdstrahlen. Alles zusammen muss in ausreichender und ausgewogener Menge vorhanden sein. Die Einzugsgebiete für die Nahrungsbeschaffung eines Volkes können durchaus einige 100 Meter sein. Neben der Nahrung, die zum größten Teil aus tierischem Eiweiß besteht, benötigen diese Tiere auch zuckerhaltigen Honigtau. Dafür halten sie sich in ihrem Bau oder Baunähe Lachniden (Blattläuse) quasi als Haustiere.
Waldameisen sind eine der wichtigsten Tierarten unseres Naturkreislaufes. Sie verbreiten über 100 verschiedene Samen unserer Pflanzen, sie sind Honigtaunutzer, Insektenjäger und -vertilger. Sie sind Aasfresser und gelten deshalb als Gesundheitspolizei unseres Waldes.
In unser aller Interesse sollte folgendes berücksichtigt werden, damit diese für uns und für den gesamten Naturkreislauf so wichtige Tierart am Leben bleibt:
Keine mutwilligen Beschädigungen der Ameisenhügel
Bei Waldarbeiten die Ameisennester nicht beschädigen
Bei der Pflege von Wald- und Heckenränder Rücksicht nehmen
Beim Ausbringen von Mist, Jauche und Kunstdünger unbedingt die Ameisenhaufen frei lassen
Die Waldameisen sind bei uns in Deutschland seit Generationen gesetzlich geschützt. Beschädigungen und Zerstörungen dieser Insekten und deren Lebensraum werden angezeigt und strafrechtlich verfolgt.
geschrieben am 05.04.2007 um 15:27 Uhr.