Hell, barrierefrei und großzügig sind die acht Betreuten Wohnungen für betagte Mitbürger, die innerhalb von nur 14 Monaten in Anbindung an das Rosa-Körner-Stift (RKS) entstanden.
„Vor genau fünf Jahren haben wir zum Spatenstich hier bei eisiger Kälte auf dem Acker gestanden“, begrüßte Projektleiter Wolfgang Gohl mehr als 40 Gäste zur Übergabe des neuen Gebäudes erinnernd im RKS-Foyer. „Der Nikolaustag ist in Weissach ein historisches Datum.“
Der gemeinsame Gang durch das Pflegeheim über die sogenannte „Seufzerbrücke“ zum Gemeinschaftssaal des Betreuten Wohnens vermittelte den Besuchern einen ersten Eindruck der baulichen Verbundenheit beider Gebäude. „Es war Milimeterarbeit, diese Brücke einzufügen“, erläuterte Architekt Eckhard Ernst.
Im Rahmen einer Feierstunde mit Vertretern aller am Bau beteiligten Gewerke, Nachbarn, Gemeinderäten und Gästen übergab Architekt Ernst dann die Einrichtung an Bürgermeisterin Ursula Kreutel. In ihrer Funktion als Aufsichtsratsvorsitzende der KommBau, Eigentümerin des neuen Gebäudes in der Gartenstraße 10, sprach sie allen Beteiligten ihren herzlichen Dank aus: „Diese Wohneinheiten ergänzen das Angebot für unsere Senioren wie im Otto-Mörike-Stift Flacht durch eine Symbiose, die es den Bewohnern ermöglicht, einzelne Leistungen des benachbarten Pflegeheims in Anspruch zu nehmen.“ Ihren besonderen Dank richtete sie auch an alle Anwohner, die etliche Monate Belästigungen ertragen hätten. „Die äußere Gestaltung wäre ohne Unterstützung aus der Nachbarschaft nicht möglich gewesen“, so Ursula Kreutel.
Voll Lobes äußerte sich Dr. Hartmut Fritz, der Vorstandsvorsitzender der Samariterstiftung: „Der hervorragende Zuschnitt aller Wohnungen überzeugt.“ Er fühle sich nicht als Betreiber, sondern als Betreuer. Das Besondere dieser Betreuten Wohnungen sei die Verbundenheit mit dem RKS. „Es gibt eine große Nachfrage“, ist Dr. Fritz überzeugt, „denn jeder Mensch möchte ohne Sicherheitsbedenken selbstständig leben, für den Notfall einen Ansprechpartner haben und zusätzliche Angebote, wie sie der Freundeskreis bietet, nutzen können.“ Deshalb wolle er die „Seufzerbrücke“ in „Brücke der Hoffnung“ umtaufen mit dem Wunsch auf eine lebendige Nachbarschaft in der Ortsmitte Weissachs.
Mit lautem Ho-ho-hoo stattete der Nikolaus (alias RKS-Heimleiter Daniel Hahn) der Festgesellschaft seinen Besuch ab, setzte allen am Bau Beteiligten und Verantwortlichen eine Nikolausmütze auf und überreichte einen leckeren Hefezopf in Form eines riesigen Schlüssels.
„Nicht probieren, ob er passt, sondern wie er schmeckt“, schmunzelte er in seinen Rauschebart, eröffnete damit den gemütlichen Teil des Nachmittages, bei dem der Freundeskreis für ausgezeichnete Bewirtung sorgte.
Interessierten beantwortete Projektleiter Wolfgang Gohl während der Besichtigung des Hauses detailliert Fragen. Die zwei 64, die beiden 62 und vier 52 Quadratmeter großen Wohnungen sind lichtgeflutet, barrierefrei, zweckmäßig mit moderner Einbauküche und Bad eingerichtet, verfügen über Telefon- und Internetanschluss und haben einen Balkon. Auf dem Dach ist eine Fotovoltaikanlage, im Keller großzügige Abstellräume, Wasch- und Trockenraum sowie der Technikraum. Die Erdgasheizanlage mit Gasbrennwertnutzung entspricht dem modernsten ökologischen Standard.
„Die ersten Bewohner bringen ihre Möbel schon vor Weihnachten. Ihre Verwandten werden die Feiertage nutzen, um beim Umzug zu helfen“, berichtete Wolfgang Gohl.
Offiziell wird das Betreute Wohnen erst im Neuen Jahr eingeweiht.
geschrieben am 10.01.2008 um 08:52 Uhr.