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Jugendreferat
aus der LKZ vom 11.08.2004 von Oliver Schmidtchen
WEISSACH - Gerade gegründet, hatte die Rockband des Weissacher Sommercamps schon ihr erstes Problem. Der groß angekündigte Auftritt am Dienstagmorgen musste zunächst ausfallen.

Der Weissacher Jugendreferent Daniel Wittinger machte den rund 100 Kindern, die am Sommercamp teilnehmen, eine betrübliche Mitteilung. Sämtliche Instrumente der Band, die auf den Namen "The Sheep?X'' hört, seien über Nacht verschwunden, das Konzert müsse ausfallen. "Natürlich waren die Sachen nicht wirklich weg, die Kinder sollen nur das Gefühl haben, dass sie sich anstrengen müssen'', sagt Wittinger. So kam es, dass sich die Teilnehmer auf dem Gelände des CVJM, das eigens für das Sommercamp angemietet ist, auf eine ausgedehnte "Welttournee'' begaben. Dabei sollten sie die notwendigen Mittel erspielen, um den Auftritt der Band aus Sommercamp-Mitarbeitern doch noch zu ermöglichen. "Die Idee ist ziemlich spontan entstanden", erklärt Wittinger, "wir haben überlegt, wie wir unser Sommercamp-Motto umsetzen können." Das lautet seit der vergangenen Woche "Wir rocken um die Welt".

Die Kinder sind beim Sommercamp des Jugendreferates Weissach nach Alter in Gruppen eingeteilt. Für die spielerische Weltreise am Überraschungstag teilten sie die Mitarbeiter in zwölf neue Mannschaften ein. "Ganz bewusst quer durch die bisherige Gruppenstruktur", erklärt Wittinger. Die neuen Teams machten sich auf eigene Faust auf den Weg zu den einzelnen Stationen. "Und das klappt erstaunlich gut, die Kinder haben ganz schön viel Disziplin", ist der Jugendreferent erstaunt.

Den Weg zu den zwölf verschiedenen Stationen wiesen Schilder, die auf der Wiese verteilt standen. So versuchten sich die Kinder beim Schild mit der Aufschrift "England'' im Torwandschießen. Wenige Meter weiter galt es in "Griechenland'' Sirtaki zu tanzen. Fahrerisches Können war an der Station "Berlin" gefragt. Ein Fahrer setzte sich an das Steuer einer dreirädrigen Seifenkiste, ein Mannschaftskollege schob ihn unter lauten Anfeuerungsrufen über den Rundkurs um die Grillstelle. Warfen sie eines der orangefarbenen Plastiktütchen um, die die Rennstrecke säumten, kostete das wertvolle Strafsekunden.

Eine Station, bei der die Kinder mit verbundenen Augen einige Hindernisse zu überwinden hatten, trug den Namen "Belarusskije Gorki''. "Das heißt Weißrussische Berge'', klärt Olga Borodinskaja auf. Die 20-Jährige ist eine der beiden Gruppenleiterinnen aus Belarus, die den Sommercamp-Machern unter die Arme greifen. "Super" gefalle es ihr in Weissach. "Es ist ein bisschen anstrengend, aber alle sind sehr nett. Außerdem kann ich noch besser Deutsch lernen", meint die Sprachstudentin aus Minsk.

geschrieben von Oliver Schmidtchen von der LKZ am 11.08.2004 um 09:23 Uhr.