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Am 26.September 2003 konnte Bürgermeister Portmann mit einer großen Anzahl von Gästen den Spatenstich für die neue Festhalle am Karrweg begrüßen.

Rede des Bürgermeisters:
"Heute steht hier noch ein Festzelt – in ca. 1 ½ Jahren wird hier die neue Festhalle stehen. Somit ist ein weiterer Freudentag für unsere Gemeinde gekommen, zu dem ich Sie herzlich willkommen heiße, meine sehr geehrten Damen und Herren.

Da dies nicht unbedingt selten war in den letzten Wochen, finde ich es toll, dass wieder so viele erschienen sind, um mit uns zu feiern und begrüße Sie alle auf dem noch unfertigen Gelände der neuen Halle. Vor allem die Gäste die von außerhalb in unsere Gemeinde gekommen sind. Gestatten Sie, dass ich einige Ehrengäste besonders erwähne

zuerst die Abgeordnete des Landtags Baden-Württemberg Frau Heiderose Berroth, ich freue mich, dass Sie wieder bei uns

dann in Vertretung für Landrat Bernhard Maier der stellvertretende Landrat und 1. Landesbeamte Wolf Eisenmann – willkommen in Ihrer Perle des Nordens

auch den Natur-Schutz-Beauftragten des Landkreises Böblingen, Herrn Dr. Gonser, dessen waches Natur-Schutz-Auge wir schon in den Findungsprozess des Sieger-Entwurfs mit eingebunden hatten, da wir den Standort sehr sensibel handhaben wollten

des weiteren Gemeinderäte, Ortschaftsräte, den Ortsvorsteher Bernd Feyler

den Träger der Bürgermedaille Herrn Werner Strohhäcker

für die örtlichen Kirchen Pfarrer Matthias Gerlach von der evangelischen Kirchengemeinde und Reinhold Noltze von der Advents-Gemeinde

Vertreter der örtl. Vereine – stellvertretend Frau Ingeborg Krause-Müller als deren Sprecherin

vom planenden Architektur Büro Schmidt aus Pforzheim, Herrn P.W. Schmidt und Tobias Lammerich,

von der Projeksteuerung Drees und Sommer, Frau Kimmerle und der Geschäftsführer Herrn Hesselschwerdt

die Fachplaner und Statiker,

Vertreter bisher ausführenden Unternehmen, Erschließung Fa. Kohler, Sonder-Gründung Fa. Bauer und Tiefbau und Rohbau Fa. Essig

von den eingeladenen Kollegen kann ich nur Peter Schäfer aus Eberdingen begrüßen; aber dann umso herzlicher. Ob die anderen wohl Angst haben?

die ehemaligen Grundstückseigentümer

die Nachbarn Lautenschlager – die in nächster Zeit sicherlich etwas Unbill haben werden – vielen Dank für Ihr Verständnis und dafür dass Sie für die heutige Veranstaltung schon Teile Ihres Geländes zum Parken zur Verfügung gestellt haben

die umrahmenden Vereine, der Gemischte Chor Weissach und die Concordia Flacht, ich freue mich besonders über die Teilnahme des Flachter Chors – das gibt doch Hoffnung, dass Festhalle perspektivisch für ganze Gemeinde gebaut wird

alle anderen, die nicht gesondert erwähnten, sind natürlich auch herzlich willkommen.

Liebe Gäste – wie erwähnt ein weiterer Festtag, ein weiterer Tag der Freude für unsere Gemeinde. Es ist ja nun doch kein alltägliches Ereignis, der Bau einer neuen Festhalle. Die neue ist seit nunmehr seit rund 25 Jahren im Gespräch und fast so lange in der Planung. Sie können ersehen, es war überfällig – wenn die neue Festhalle fertig ist, war die alte über 70 Jahre in Benutzung.

Natürlich muss ein Vorhaben dieser Größenordnung in der Tat gut bedacht sein. Schließlich handelt es sich dabei um ein Investitionsvolumen, wie es in unserer Gemeinde nicht jeden Tag vorkommt. Im Übrigen ist es mit dem Bau allein ja noch keineswegs getan. Der Betrieb und der Unterhalt der Bausubstanz benötigen später weitere Mittel. Wobei über die Menge der dann vorhandenen Mittel jetzt noch keine Aussage möglich ist.

Mit blauäugigem Optimismus allein ans Werk zu gehen, schien uns jedenfalls nicht die richtige Methode zu sein. Vielmehr haben wir schon in der vorbereitenden Planungsphase großen Wert auf geringe Betriebskosten gelegt. Und deshalb eine etwas längere, aber sorgfältige Vorbereitungs-Phase in Kauf genommen.

1934, meine sehr geehrten Damen und Herren, hatte die Gemeinde Weissach 1.400 Einwohner. Und die Kosten der Festhalle betrugen rund 36.000 Reichmark. Nach alten Unterlagen wohl mehr als ein ganzer Jahres-Etat. Umgerechnet auf den heutigen Zeitwert wahrscheinlich ein Betrag von rund 3,5 Millionen DM. D.h. die 1934 bettelarme Gemeinde Weissach hat seinerzeit bereits je Einwohner 2.500 DM, also 1250 € für die Festhalle ausgegeben. Heute gibt die Gemeinde Weissach, wenn wir nur die Einwohner des Teilorts Weissach zugrunde legen 2.272 € je Einwohner aus.

Nehmen wir die Einwohnerzahl der Gesamt-Gemeinde – denn perspektivisch sollte die neue Festhalle ja eine Einrichtung für die ganze Gemeinde werden – geben wir 1.290 € je Einwohner aus. Das wiederum heißt, die im Jahr 2003 relativ wohlhabende Gemeinde Weissach gibt heute fast den gleichen Betrag je Einwohner für den Neubau der Festhalle aus, wie die arme Gemeinde vor 70 Jahren. Da kann doch niemand allen Ernstes behaupten, wir würden unverantwortlich handeln.

Wie in der Bürgerversammlung bereits zugesagt, werden wir sicherlich Mieten festsetzen, die für die Vereine, die die Festhalle benutzen wollen und anmieten, tragbar sind. Doch, so hoffe ich jedenfalls, werden wir auch recht ansehnliche Einnahmen bekommen. Denn die neue Festhalle soll dann ja auch Schauplatz von Versammlungen, gesellschaftlichen und unterhaltenden Veranstaltungen werden. Derartiges ist bislang, da ein für größere Besucherzahlen geeigneter Saal noch fehlt, bei uns leider nicht möglich.

Dies wird sich ändern. Mit dieser Festhalle steht dann ein so gut wie für alle Zwecke geeigneter, akustisch wie optisch ansprechender Rahmen bereit. Dennoch und darüber müssen wir uns im Klaren sein, wird eine Festhalle immer ein Zuschussbetrieb bleiben.

Der Volksmund sagt zwar: "Raum ist in der kleinsten Hütte." Wir haben davon aber nicht viel gemerkt. Die von verschiedensten Nutzern immer wieder stark beklagte Raumnot war im Gegenteil überaus groß.Um die Größe einmal zu vergleichen. Die alte Festhalle hat eine Saalgröße von 260 m² (11,25 m x 22,90 m). Die neue eine 29,80 m x 17,80 m = 530 m².Das bedeutet 1934 standen jedem Einwohner rechnerisch 0,19 m² zur Verfügung, ab 2005 sind es 0,12 m² allein für die Bewohner des Teilorts Weissach und wenn man alle Einwohner der Gemeinde zugrunde legt = 0,07 m². Da weiß ich nicht, wo wir zu groß geplant haben.

Auch im Vergleich mit anderen Festhallen, braucht unsere neue den Kostenvergleich nicht zu scheuen. Wir liegen bei einem Wert von 463 € je m³ BRI. Der vom Projektsteuerer Drees + Sommer ermittelte Durchschnittswert bei verschiedenen Festhallen liegt bei 473 € je m³. Also liegen wir 10 € unter dem Durchschnitt.

Ich glaube, meine sehr geehrten Damen und Herrn, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, diese Zahlen machen deutlich, dass wir im Gemeinderat im ganz normalen Rahmen geblieben sind. Und kostenbewusst sind wir dabei auch weiter geblieben. Z.B. die Aufschüttung, auf der wir hier stehen und über die sich mach einer schon gewundert haben mag, dient dazu, die Kosten für die schwierige und finanziell erheblich teurere Tiefgründung zu verringern. Und zwar dadurch, dass sich der Boden durch die Auffüllungen schon im Vorfeld verfestigt und senkt. Dadurch können bei der notwendigen Pfahlgründung, ansonsten anfallende Mehrkosten in beträchtlicher Höhe eingespart werden.

Liebe Gäste, die eben erwähnten 530 m² beherbergen eine Halle mit modernstem Standard. Und teilbar in 1/3 – 2/3. Ohne Qualitätseinbußen, wie die Planer versichern. Aber das ist ja noch nicht alles. Dazu kommen noch kleinere Räumlichkeiten für Vereine, in denen Veranstaltungen oder Vorträge bis zu rund 40 - 50 Personen stattfinden können. Oder Vorstands oder Ausschuss-Sitzungen. Oder ähnliches. Dazu eine Sportkegelanlage mit 4 wettbewerbsgerechten Bahnen, eine Gaststätte, Behinderten WC, Behinderten-Aufzüge, Künstler-Garderoben und -Duschen, eine große Küche für den Festhallenbereich, die von den jeweiligen Nutzern oder wenn gewünscht vom Gaststättenpächter bewirtschaftet werden kann.

All dies wird unter den Hut einer Außenarchitektur gebracht, die den von der Nachbarschaft und Umgebung vorgegebenen Rahmen nicht sprengt. Die gegliederten Fassaden, die unterschiedlichen Höhen der einzelnen Baukörper und die abwechselnd verwendeten Materialien u.a. aus Naturstein, nehmen dem Bauwerk vielmehr jede Wucht. Auch die Eingrünung, die in enger Abstimmung mit dem Nat-Schutz geplant wurde, wird ihr übriges zu einer gefälligen Einbindung beitragen.

Meine sehr geehrten Damen und Herrn, wir haben hier das nunmehr größte Investitions-Vorhaben der Gemeinde Weissach vor uns. Hoffen wir, dass es genauso problemlos in der Bauabwicklung läuft, wie die bisherigen Bauten. Das mit dem Rohbau beauftragte heimische Unternehmen Karl Essig GmbH, war bislang Garant für termingerechte Erstellung. Auch im tiefsten Winter. Ich wünsche mir das es so weitergeht.

Liebe Gäste, ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit, lade sie nach dem offiziellen Spatenstich noch zu einem gemütlichen Beisammensein mit Vesper ein, wozu ich Ihnen viel Vergnügen wünsche. Dem Festhallen-Neubau, uns und allen am Bau beteiligten Personen, wünsche ich einen hoffentlich auch wieder unfallfreien Verlauf.

Festhalle Glück auf"


Der 1. Landesbeamte Wolf Eisenmann und Bürgermeister Portmann bei der Übergabe des roten Punktes zum Bau der neuen Festhalle am Karrweg

Die gelungene Feier, die vom Gemischten Chor Weissach und vom Gesangsverein Flacht schwungvoll umrahmt wurde, bildete den offiziellen Baubeginn für den Bau der Festhalle. Bürgermeister Portmann, der Architekt Peter W.Schmidt und der 1. Landesbeamte Wolf Eisenmann würdigten in ihren Reden den Bau der Festhalle.


Der offizielle Spatenstich zum Bau der neuen Weissacher Festhalle am Karrweg
geschrieben am 29.09.2003 um 16:09 Uhr.