
Nicht Gewinnmaximierung sondern soziale Verantwortung sollte das Ziel jedes Unternehmen sein. Entsprechend dieser Grundüberzeugung bildet Schreinermeister Friedrich Kilpper jedes Jahr erneut Lehrlinge aus und begleitet sie intensiv in ihrer Entwicklung. "Sie bieten eine 1:1-Betreuung", stellt Sabine Kurtz bei ihrem gemeinsamen Besuch mit Bürgermeisterin Ursula Kreutel in der Weissacher Werkstatt für Treppen und Wohndesign fest. Die Landtagsabgeordnete hatte Interesse an einem Gespräch bekundet, da sich Friedrich Kilpper im Rahmen des Patenschaftsmodell des Landkreises engagiert. Die Unterstützung von jungen Schulabgängern bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen ist Sabine Kurtz als Bildungspolitikerin und stellvertretende Vorsitzende des Schulausschusses im Landtag ein wichtiges Anliegen.
Nicht zuletzt christliche Werte sind es, die Friedrich Kilpper veranlassen, junden Schulabgängern eine handwerkliche Ausbildung zu ermöglichen. Dabei bevorzugt er keinen speziellen Schulabschluss. Aber: "Das Denken muss stimmen". Ein Hauptschüler könne die gleiche Neugierde und Selbstkontrolle mitbringen, wie ein Abiturient. Hauptschüler benötigen in der Regel etwas mehr Zeit und seien auf die regelmäßige Wiederholung der Arbeitsschritte angewiesen. Genau dies fehle im modernen Produktionsprozess: "Wir haben wenig Zeit und wenig Routineaufgaben". An die Adresse der Politik richtet der Inhaber des vier Mitarbeiter umfassenden Betriebs die Forderung, die Macht der Medien und hier speziell des Fernsehens stärker zu berücksichtigen:"Was dort gesendet wird, liegt oft nicht mehr in der sozialen Verantwortung des Staates und entfaltet fatale Wirkungen". Nach Ansicht des mehrfachen Familienvaters müssten im Fernsehen häufiger positive Vorbilder entwickelt werden. Dabei denkt er beispielsweise daran, dass Familien gezeigt werden, die dem Einzelnen Geborgenheit und Unterstützung bieten oder auch daran, dass im Fernsehen deutlich werden müsste, dass sich Erfolg im wirklichen Leben meistens nur durch Anstrengung und Verlässlichkeit einstelle. Eine weitere Forderung an die Politik bezieht sich auf die Entwicklung der Berufsbilder. Hier sei eine schnellere Anpasung der Ausbildungsgänge an die Realität notwendig. Der Markt habe im Treppenbau eine Umstellung von Holz auf Metall verlangt. Das Berufsbild und die schulischen Ausbildungsinhalte des Schreiners stammten dagegen noch aus den 70er Jahren. Sabine Kurtz verwies darauf, dass an der Berufbildentwicklung viele Kräfte auf Bundesebene mitwirken, nahm die Anregung aber gerne auf.
geschrieben am 27.04.2007 um 09:57 Uhr.