
Am vorletzten Freitag konnte Richtfest für das Restaurant „Ratsstuben“ gefeiert werden. Handwerker, Nachbarn, Gemeinderäte u.a. waren gekommen, um das Ereignis mitzuerleben. Bei winterlicher Witterung machten es die Redner kurz und präzise, damit alle schnell ins Warme kamen.
Bürgermeister Roland Portmann begrüßte die Gäste, unter Ihnen als Ehrengäste den Stellvertreter von Landrat Bernhard Maier, den 1. Landesbeamten Wolf Eisenmann. Er hatte die Leiterin seines Baurechts- und Naturschutzamtes, Monika Glemser mitgebracht.
BM Portmann ging in seiner Rede auf die Geschichte des Hauses Bahnhofstraße 1 ein, das über zehn Jahre leer stand. Das tat dem Gebäude naturgemäß überhaupt nicht gut und es drohte der Zerfall. Nachdem die Pläne für den Rathausneubau in den Krautgärten gediehen waren, entstanden im Gemeinderat Ideen, das alte Gebäude zu erwerben und dort ein Restaurant einzurichten.
BM Portmann wurde entsprechend beauftragt und fragte als erstes Weissacher Gastronomen, ob sie Interesse an einer Anpachtung hätten. Nachdem dies zuerst vorhanden war, winkten die möglichen Pächter ab, als Probleme mit der Substanz des Gebäudes eine zügige Umsetzung der Pläne verhinderten. Daraufhin beschloss der Gemeinderat im Juli 2002, nach einem Probekochen, einstimmig, das Restaurant an Holger Grondziel, einen jungen Koch, Mitglied der Köche-Vereinigung „Eurotoques“ zu verpachten. Gleichzeitig wurde das von ihm vorgestellte Konzept gebilligt.
Er wies weiter daraufhin, dass die Nutzungsunabhängigen Sanierungskosten rd. 1,4 Mio. € betrügen, was ein Privatmann, wie der Vorbesitzer, kaum hätte stemmen können. Die Restaurant-spezifischen Investitionskosten beliefen sich auf rd. 380.000 €. Die im Pachtvertrag vereinbarte Mindestpacht, garantiere eine Rendite von ca. 3,4 %. Die Bankkonditionen liegen derzeit lediglich bei etwas über zwei Prozent. Also ein deutlicher - betriebswirtschaftlicher - Rentabilitäts-Gewinn für die Gemeinde bzw. die KommBau.
Für Weissach bedeute dieses Konzept einer gutbürgerlichen Gaststätte mit deutschem/schwäbischen Speiseangebot im Erdgeschoss, in der selbstverständlich auch nur ein Kaffee getrunken oder Eis gegessen werden könne und einem Restaurant mit gehobener Küche im Obergeschoss eine Bereicherung und gleichzeitige Abrundung des Angebotes für die Bevölkerung. Er sähe der Eröffnung im Mai/Juni des nächsten Jahres mit freudiger Erwartung entgegen.
Er bedauerte, dass aufgrund der mittlerweile sehr schlechten Bausubstanz von Balken und Fundamenten ein Erhalt unter Bedingungen des Denkmalschutzes nicht mehr in wirtschaftlich verträglichem Umfang möglich gewesen sei. Aber soweit wie möglich werde das aufbereitete alte Material wieder verwendet und eingebaut, damit von außen und von innen möglichst viel vom früheren Zustand zu erkennen sei. Für Passanten und Gäste.
Abschließend dankte er den Bauarbeitern für ihre gute und schnelle Arbeit und wünschte der Baustelle einen weiteren unfallfreien Verlauf.
Danach sprach der Architekt Hansjörk Schneck. Er schilderte begeistert seine Umbaupläne und wie toll das Gebäude zukünftig von innen aussehen werde. Er sprach von einem Schmuckstück für den Ortskern von Weissach. Sowohl von außen, als auch im Inneren. Weiter erläuterte er die weitest möglichst am Original orientierte Umnutzung des Gebäudes und die an den Originalmaterialien ausgerichtete Umgestaltung. Er sei überzeugt, die Konzeption werde aufgehen und erfolgreich sein. Auch die Gestaltung des Gebäudes werde dazu beitragen.
Der erste Landesbeamte Wolf Eisenmann äußerte sich positiv zu dem Vorhaben der Gemeinde Weissach, mit Hilfe der Kommbau, dieses alte ortsbildprägende Gebäude zu einer Gastronomischen Einrichtung umzubauen. Auch das Landratsamt freue sich, bei der Umsetzung des Projekts Unterstützung geleistet zu haben. Er unterstrich die Wichtigkeit des Vorhabens für die Gesamt-Infrastruktur von Weissach. Ebenso freue er sich, demnächst auch im Norden des Kreises gepflegt essen zu können und werde mit Sicherheit auch Gast des neuen Restaurants sein. Er wünschte den Ratstuben eine gute und erfolgreiche Zukunft.
Dann bestiegen die Zimmerleute vom heimischen Zimmerei- und Sägewerk-Unternehmen Lautenschlager das Gerüst. Zimmermann Thorsten Lautenschlager sprach den Richtspruch für das Gebäude. Er wünschte den Ratsstuben, Pächter und Gästen viel Erfolg. Seinen Teil dazu trug er schon bei, indem das von ihm beim Richtspruch benutzte Glas am Boden zerschellte.
Die Gäste folgten danach der Einladung von Bürgermeister Portmann in die Begegnungsstätte. Hier hatte Pächter und Chefkoch Holger Grondziel eine Kostprobe seines Könnens vorbereitet, mit der er alle begeisterte und die Vorfreude auf die Eröffnung steigerte.
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geschrieben am 24.11.2004 um 09:15 Uhr.