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In den Weihnachtsferien besuchten 14 reise- und abenteuerlustige Leute aus Weissach und Umgebung die Kinder in Adwa, um miteinander Freundschaft zu erleben und gemeinsam zu arbeiten. Unsere Ziele waren, ein zweites Haus auf dem Gelände des Yeha Children Centers zu bauen und ein interessantes Programm für die Kinder zu gestalten.

Das Bauteam leistete gute Arbeit. Das Fundament, die Bodenplatte und die selbst gegossenen Hohlblocksteine waren gut vorbereitet. So schafften wir es gemeinsam mit unseren äthiopischen Freunden, den kompletten Rohbau zu mauern.
Das neue Haus wird zwei große Schlafräume mit den jeweils dazugehörenden sanitären Einrichtungen haben. In diesen Räumen können dann bis zu 16 Kinder übergangsweise untergebracht werden. Denn unser Hauptanliegen ist nach wie vor, die Kinder nicht in einem Heim, sondern bei Pflegemüttern aufwachsen zu lassen. Dieses Modell hat sich bisher bestens bewährt. Zudem bietet diese zweite Haus noch Platz für ein Büro und einen Lagerraum.


Das Kinderteam kramte aus vielen mitgebrachten Koffern eine Fülle von Materialien und „zauberte“ damit ein interessantes und ansprechendes Programm für die Kinder. Unser Anliegen war es, diesen Leid geprüften Kindern, von denen die meisten bereits früh Mutter und Vater verloren haben, Gottes große Liebe weiterzugeben. So wurde fröhlich gesungen, gemalt, gebastelt, gespielt, gescherzt und jeden Tag eine biblische Geschichte aus dem Leben des Josef erzählt und vorgespielt. Eine große Herausforderung - manch gute Idee kam oft erst in letzter Minute. Das Team war hochmotiviert und die teilweise über 70 Kinder haben begeistert und dankbar mitgemacht.


Als besonders Angebot gab es für die älteren Jungendlichen einen Gitarrenkurs. 5 Gitarren hatten wir für diesen Zweck aus Deutschland mitgebracht und durch die halbe Welt in den Norden Äthiopiens transportiert. Wir sind gespannt, wie die Gitarrenschüler ohne ihren engagierten Musiklehrer Jürgen jetzt zurecht kommen.

Es war für uns eine gute und eindrückliche Zeit in Adwa. Viele neue Freundschaften zwischen uns deutschen „Ausländern“ und den Kindern und Jugendlichen sind entstanden. Eine ganz besondere Erfahrung war es für uns, von den Kindern eingeladen zu werden und sie zu Hause in ihrer Pflegefamilie zu besuchen. Hier lernten wir vieles über die Lebensweise und das oft harte Schicksal der Einzelnen. Die Armut und Schlichtheit in der diese Familien leben hat uns sehr beschämt. Wir waren überwältigt über die große Gastfreundschaft der Menschen, die ihr Weniges mit uns teilten. Beim Abschiedsfest am letzen Tag floss so manche Träne und wir spürten, dass uns die Kinder während unseres kurzen Besuches sehr ans Herz gewachsen sind.

Unser nächstes Ziel ist es jetzt, das Gelände mit den beiden Häusern und dem großen Sportplatz noch mehr mit Leben zu füllen. So sollen nicht nur unsere Waisenkinder die Möglichkeit haben, das Gelände und die Räumlichkeiten zu nutzen, sondern auch viele andere Kinder in Adwa, die zwar Eltern haben, aber trotzdem nicht das Nötigste zum Leben.
Auch wollen wir die neu entstandenen Kontakte zu einer kleinen aber aktiven christlichen Gemeinde in der Nähe des Yeha Children Center ausbauen.
Nachfolgende Bilder zeigen die Stadt Adwa vom Hausberg aus, der ca. 3000m hoch ist
und an dessen Fuß man noch deutlich den vergangene Krieg vor Augen bekommt.





geschrieben von Markus Sattler und Tobias Zipperlen am 02.02.2005 um 07:00 Uhr.