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Jugendreferat
Bericht der Leonberger Kreiszeitung von Oliver Schmidtchen vom 10.08.2004
Gruppenleiter mit stählernen Nerven haben Spaß mit KindernWEISSACH - "Kinder rocken um die Welt'' heißt das Motto des Weissacher Sommercamps. Vom Verlauf der ersten Woche sind Kinder und Betreuer begeistert. Ein Urteil, dem sich auch die Eltern anschlossen. Sie warfen beim Tag der offenen Tür einen Blick hinter die Kulissen.

Der Blick in den Barfußparcours ist durch Tücher und Decken verwehrt, die an einer Wäscheleine aufgehängt sind. Mehrere Kinder haben sich bereits ihrer Schuhe entledigt und warten gespannt darauf, an die Reihe zu kommen. Die Mutigen lassen sich die Augen verbinden. Gruppenleiter Bastian Bosl nimmt sie an der Hand, während sie zögernd und mit kleinen Schritten durch die schmalen Wannen gehen. Die sind mit Erde, Tannenzapfen, Gartenschläuchen, Kiesel oder Flaschenkorken gefüllt. Vielen gelingt es nur durch Abtasten, die meisten der Bodenbeläge zu erfühlen.

Jüngere Kinder gehen ohne Augenbinde über die Strecke, haben aber so viel Spaß, dass sie gleich eine weitere Runde anschließen. Unter ihnen ist auch die sechsjährige Jenny, die am Weissacher Sommercamp teilnimmt. "Alles'', ist zunächst die schüchterne Antwort auf die Frage, was ihr denn seit dem vergangenen Montag am besten gefallen habe. Nach kurzem Nachdenken legt sie sich dann auf den Ausflug am Freitag fest, der alle 98 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren mit ihren Betreuern zum Stuttgarter Killesberg führte. "Das Lokomotivefahren'' habe ihr besonders viel Spaß gemacht.

Erstmals ist auch Jennys Mutter Sandra Wagner beim Sommercamp. Wie viele andere Eltern nutzte sie am Samstag die Gelegenheit, beim Tag der offenen Tür einen Blick in die Ferienwelt am CVJM-Heim zu werfen. "Die Gruppenleiter machen das sehr liebevoll, wir sind alle ganz begeistert'', sagt sie. Und: "Die Leiter brauchen schon Nerven wie Drahtseile'', fügt die Mutter noch lächelnd hinzu. Eine Einschätzung, die Bastian Bosl gern bestätigt.

Alle 24 Mitarbeiter beim CVJM bekommen 200 Euro für die gesamten zwei Wochen. Dafür hat sich Gruppenleiter Benedict Schradi sogar Urlaub genommen. Der 18-jährige Landschaftsgärtner betreut ebenfalls eine der Stationen, die am Samstag auf Teilnehmer und Gäste wartet. Hier bemalen die Kinder Blumentöpfe, die sie anschließend mit Sonnenblumen und Kresse bepflanzen. Besonders gut sei auch das gemeinsame Bauen der Spielzeugboote angekommen. Die Kinder durften dann in Badehosen in den Strudelbach und haben einen Wettbewerb mit ihren Booten gemacht. "Stressig ist es schon, danach bin ich ganz schön fertig. Aber die Arbeit mit den Kindern gibt einem auch sehr viel, da profitiere ich das ganze Jahr'', sagt Schradi, der bereits im vergangenen Jahr dabei war.

"Es ist toll, wie sich das gesamte Team in einer Woche eingespielt hat'', lobt auch Daniel Wittinger die Atmosphäre. Der Weissacher Jugendreferent organisiert das Sommercamp zum zweiten Mal. Im vergangenen Jahr nahmen 45 Kinder am zweiwöchigen Camp teil, in diesem sind es mehr als doppelt so viele. "Beim letzten Mal hatten wir noch nicht die Strukturen. Jugendarbeit baut sich halt nicht über Nacht auf'', sagt Wittinger, der eigentlich Politikwissenschaftler ist. Die Nachfrage sei groß, so Wittinger. Auch im ländlichen Raum bräuchten Eltern ein verlässliches Betreuungsangebot in den Sommerferien. Am wichtigsten seien aber die Kinder. "Wenn die Spaß haben, macht es auch den Leitern Spaß. Dann entwickelt sich vieles von allein'', so Wittinger.

geschrieben von Oliver Schmidtchen von der Leonberger Kreiszeitung am 10.08.2004 um 09:03 Uhr.