
Am Donnerstag, den 20.10.05 hatten wir einen außergewöhnlichen Gast in
der Kinder- und Jugendbücherei in Flacht. Im Rahmen der Frederickwoche
war die bekannte Kinderbuchautorin Gudrun Mebs eingeladen worden.
Eine „echte“ und dazu noch so berühmte Schriftstellerin zu treffen, das war für
die Kinder der 3. und 4. Klasse der Grundschule Flacht ein richtiges Highlight.
Gudrun Mebs wurde in erster Linie durch ihre sehr lustigen und humorvollen
Bücher von „Oma und Frieder“ bekannt.
Zunächst begann die Autorin mit einer Frage- und Antwortrunde, in der sie
sich den Schülern vorstellte. „ Wer weiß, wie ich heiße?“ „Ich lebe in einer großen Stadt, die mit „Mü“ beginnt.“ „Wie viele Haustiere habe ich?“ –
Neugierig und gar nicht scheu kamen sogleich die Gegenfragen: „Hast du Kinder?“ „Wie schreibst du deine Bücher?“ Fragen und Antworten wirbelten
nur so durch den Raum.
Die Kinder erfuhren, dass sie mit ihrem Mann und vielen Katzen einen Großteil des Jahres in der Toskana verbringt, den anderen Teil in München. Frau Mebs erzählte, dass sie nach der Schauspielschule mit einer Theatergruppe um die
ganze Welt gereist war, bevor sie in einer Zirkusschule in Paris das Seiltanzen
erlernte. Sie schilderte ihren Tagesablauf als Schriftstellerin und erklärte, wie denn nun ein Buch entsteht. Dazu gehören ein großer Tisch in ihrer Küche, eine Schreibmaschine (nein, kein Computer!), eine brennende Kerze und
lange Spaziergänge, um Ideen zu sammeln.
Im Anschluss las Frau Mebs aus ihrem Buch „Das Sonntagskind“ vor, welches 1984 mit dem „Deutschen Kinderbuchpreis“ ausgezeichnet worden war:
„Sonntagskinder haben immer Glück,“ das ist die Weisheit, an die sich das Heimkind, ein achtjähriges Mädchen, klammert. Obwohl sie anfangs ein wenig enttäuscht ist von ihrer „Sonntagsmama“, die doch so ganz anders ist, als sie sich vorgestellt hatte, entwickelt sich zwischen beiden eine außergewöhnliche Beziehung...
Gudrun Mebs hat das Talent, sich überzeugend in Kinder einzudenken, in ihre spezielle, kindliche Logik. Sie nimmt einfühlsam und zurückhaltend die
Lebenssituationen unserer Kinder auf, rückt Wertvorstellungen zurecht und ergreift Partei für die Schwächeren. Wer die Geschichten von „Oma und dem Frieder“ kennt, weiß aber auch, dass sie gerne Grenzen verschiebt und sich solidarisch mit den Kindern zeigt. Die Begegnung mit Gudrun Mebs ging leider viel zu schnell zu Ende, aber wer
sich noch für ihre Bücher interessiert, findet eine große Auswahl in der Ortsbücherei Weissach und in der Kinderbücherei Flacht.
Das Bücherei-Team
geschrieben von unserem Team der Bücherei am 24.10.2005 um 08:25 Uhr.