Allgemeines
Pressemitteilung des Landrates
Straße wurde heutigen Verkehrsanforderungen angepasst
„Lange Planungsphase, kurze Bauzeit“ - auf diesen Nenner brachte Landrat Bernhard Maier die Bemühungen um den Ausbau der Kreisstraße 1013 zwischen Perouse und Flacht. „Nach langem Anlauf, befinden wir uns jetzt auf der Zielgeraden“, sagte der Landrat bei der Verkehrsübergabe der Ausbaustrecke am 14. Dezember 2004. In knapp einem halben Jahr wurde die alte verbesserungsbedürftige Kreisstraße auf einen Ausbaustandard gebracht, der den heutigen Verkehrsanforderungen entspricht, mit einem Kreisverkehr am Ortsausgang von Flacht und einer verbesserten Straßenentwässerung. Im Zuge des Straßenausbaus wurde auch damit begonnen, den Geh- und Radweg, der früher beim Gewerbegebiet Flacht endete, nach Perouse weiterzuführen, hier stehen noch Restarbeiten an.
Für die Durchführung der Straßenbauarbeiten blieb nicht viel Zeit, es galt, noch vor Beginn des Ausbaus der A 8 damit fertig zu sein. Denn im Zuge des Autobahnausbaus von Heimsheim bis zum Autobahndreieck Leonberg mit den künftigen Autobahnanschlüssen Leonberg-West und Rutesheim wird die Brücke, welche die Landesstraße 1180 über die Autobahn führt, abgebrochen. In diesem Streckenabschnitt wird die Landesstraße dann geraume Zeit nicht befahrbar sein. Ein großer Teil des Verkehrs wird in dieser Zeit über Rutesheim, die Kreisstraßen 1017 und die jetzt ausgebaute 1013 umgeleitet. Wenn die alte Autobahnbrücke abgebrochen ist, soll im Brückenbereich die K 1013 ebenfalls instandgesetzt werden.
„Die Straßenbaufirma Kirchhoff hat schnell und gut gearbeitet“, lobte der Landrat. Auf einer Länge von ca. 1.100 Metern wurde die früher wellige, in Abschnitten nur fünf Meter breite Fahrbahn, deren Aufbau nicht frostsicher und an den Rändern stark verdrückt war, auf eine Fahrbahnbreite von 6,5 Meter ausgebaut. Auf 300 Metern ist der bestehende Unterbau beibehalten worden, auf etwa 800 Metern wurde dieser vollständig erneuert.
Entlang der Kreisstraße gibt es künftig, auf einer Länge von 500 Metern, einen von der Fahrbahn abgesetzten, zwei Meter breiten Geh- und Radweg, so dass der Lückenschluss vom Gewerbegebiet Flacht hinaus bis nach Perouse gewährleistet ist. Zudem wurden Straßen- und Wegeanschlüsse sowie Busbuchten gebaut, beziehungsweise den neuen Straßenverhältnissen angepasst. Am Ortsausgang von Flacht, dort wo die K 1013 in die K 1017, also in die Kreisstraße Flacht - Rutesheim mündet, sorgt jetzt ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 38,5 Metern und einer Kreisfahrbahn mit sechs Meter Breite für einen verkehrssicheren Anschluss. Noch stehen ein paar Restarbeiten an, wie das Anlegen von Böschungen, Entwässerungsgräben und die Markierung der Fahrbahn. Diese soll erfolgen, sobald es die Witterung zulässt.
Erfreut stellte der Landrat fest, dass der Kostenrahmen für den Ausbau einschließlich Kanalbau und Wasserleitung, der sich auf rd. 1,34 Mio. Euro beläuft, eingehalten werden konnte. Davon trägt der Landkreis knapp 860.000 Euro (70% dieses Betrags werden nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gefördert), die Gemeinde Weissach 206.000 Euro, Rutesheim 133.000 Euro, Bund und Land beteiligen sich mit 142.500 Euro.
Bevor mit dem Ausbau begonnen werden konnte, bedurfte es mehrerer Planungsschritte und Vereinbarungen. Die erste Ausbauplanung, daran erinnerte der Landrat, geht sogar auf das Jahr 1981 zurück. Neu aufgenommen wurde dann die Planung vor etwa sechs Jahren, nachdem durch das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der A 8 die Planüberlegungen für die K 1013 konkretisiert wurden. Planänderungen ergaben sich durch die angestrebte Kreisverkehrsanbindung an die K 1017, ein Planerwechsel und die langwierige Abstimmung zur Kostenteilung bei den Entwässerungsmaßnahmen verlängerte die Vorlaufphase. Denn die Entwässerung sowohl der Autobahn als auch der Landesstraße 1180 soll über die ausgebaute Kreisstraße 1013 laufen, und hier galt es, alle Interessen „unter einen Hut zu bringen“. Seit 2000 ist der Straßenausbau im Kreishaushalt anfinanziert, aber es dauerte über drei Jahre bis die Vereinbarung zur Finanzierung der Entwässerungsmaßnahmen mit allen Beteiligten stand. Eine Beschleunigung erfuhr das Projekt durch den bevorstehenden Ausbau der A 8.
Der Straßenausbau bringt auch Verbesserungen im Wasserschutz. So soll künftig Schmutzwasser und Regenwasser getrennt gesammelt werden. Deshalb wurden ein neuer Schmutzwassersammler mit Anschluss an das Kanalnetz Weissach-Flacht und ein Regenwassersammler gebaut.
Um den Eingriff durch den Straßenausbau in Natur und Landschaft zu verringern, sind landschaftspflegerische Projekte und Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Diese sollen im Frühjahr und im Herbst nächsten Jahres erfolgen. Es werden Bäume entlang der Straße gepflanzt, Heckengehölze zwischen Radweg und Straße und die Waldabschnitte naturnah aufgebaut. Renaturierungsmaßnahmen am Strudelbach nördlich von Flacht und landschaftspflegerische Maßnahmen beim Hartmannsberg zur Erhaltung seltener und gefährdeter Tiere und Pflanzen dienen als weiterer Ausgleich.
Mit Blick auf die Verwaltungsreform sagte Landrat Maier, die Verkehrsfreigabe der ausgebauten K 1013 sei die letzte Eröffnung einer Straße, die das Straßenbauamt Besigheim als technische Fachbehörde betreut hat. Denn ab 1. Januar 2005 wird es das Straßenbauamt in seiner bisherigen Form nicht mehr geben, es wird in die Landratsämter, Teilbereiche werden in das Regierungspräsidium eingegliedert. Leiter des Kreisstraßenbauamts beim Landratsamt Böblingen wird Reinhold Entreß, der derzeit noch die Dienststelle Böblingen des Straßenbauamts Besigheim leitet. Landrat Maier dankte den Vertretern des Straßenbauamts Besigheim für die langjährige, gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und betonte „bei uns gab und gibt es im Straßenbau viel zu tun, sie waren uns immer verlässliche Partner“.
Dank zollte der Landrat auch allen am Ausbau der K 1013 Beteiligten und hob die beiden Grundstückseigentümer hervor, die bereit waren, Grundstücksteile am Kreisverkehr zu verkaufen, denn nur so habe man einen „wirklich guten Kreisverkehr“ verwirklichen können. „Alles in allem: ein Plus für die Verkehrssicherheit“, so der Landrat.
geschrieben von Pressestelle des Landratsamtes am 14.12.2004 um 11:11 Uhr.