Allgemeines
Straßenausbau erhöht Verkehrssicherheit - Bis Dezember soll Straße fertig sein
Weissach-Flacht: Nach dem Motto „was lange währt, wird endlich gut“ gaben am 9. Juni 2004 Landrat Bernhard Maier, Rutesheims Bürgermeister Dieter Hofmann und Weissachs Bürgermeister Roland Portmann das offizielle Startsignal für den Ausbau der Kreisstraße 1013 zwischen Perouse und Flacht. „Der Ausbau dieser Straße ist dringend notwendig, ich bin froh, dass es jetzt endlich los geht“, betonte der Landrat mit Blick auf die verbesserungsbedürftige Verkehrssicherheit dieser alten Kreisstraße, die den heutigen Verkehrsanforderungen nicht mehr entspricht.
Im Zuge des Straßenausbaus werden der Geh- und Radweg, der bisher beim Gewerbegebiet Flacht endet, nach Perouse weitergeführt, ein Kreisverkehr am Ortsausgang von Flacht angelegt und die Straßenentwässerung verbessert. Für die Durchführung dieser Baumaßnahmen bleibt nicht viel Zeit. Bis Dezember 2004 sollen sie abgeschlossen sein, da voraussichtlich Anfang nächsten Jahres im Zuge des Ausbaus der A 8 von Heimsheim bis zum Autobahndreieck Leonberg mit den künftigen Autobahnanschlüssen Leonberg-West und Rutesheim die Brücke, die die Landesstraße 1180 über die Autobahn führt, abgebrochen wird. In diesem Streckenabschnitt wird die Landesstraße dann geraume Zeit nicht befahrbar sein. Ein großer Teil des Verkehrs wird in dieser Zeit über Rutesheim, die Kreisstraßen 1017 und 1013 umgeleitet. Der Ausbau der K 1013 erfolgt in zwei Abschnitten. Der jetzt beginnende Bauabschnitt umfasst die Straße ohne den Bereich des Brückenbauwerks der A 8. Dieser Teil kann erst in einem zweiten Abschnitt nach Abbruch der alten Autobahnbrücke ausgebaut werden. Der Bauzeitenplan ist so vorgesehen, dass die Gewerbegebiete für den Anliegerverkehr anfahrbar bleiben, auch wenn die Ausbaustrecke für den allgemeinen Verkehr zeitweise gesperrt werden muss. Den Auftrag für die Durchführung der Straßenbauarbeiten erhielt die Firma Kirchhoff aus Freudenstadt.
Wie notwendig der Ausbau der Kreisstraße 1013 ist, zeigt deren Beschaffenheit. Die Fahrbahn mit einer durchschnittlichen Breite von rund fünf Metern ist sehr wellig und an den Rändern stark verdrückt. Der Fahrbahnaufbau ist nicht frostsicher, die Straße streckenweise in einem schlechten Zustand. Jetzt wird sie auf einer Länge von ca. 1.100 Metern mit einer Fahrbahnbreite von 6,5 Metern ausgebaut. Davon werden 300 Meter als Teilausbau - also unter Beibehaltung des bestehenden Unterbaus - und ca. 800 Meter als Vollausbau durchgeführt.
Entlang der Kreisstraße wird auf einer Länge von 500 Metern ein von der Fahrbahn abgesetzter, zwei Meter breiter Geh- und Radweg angelegt, so dass künftig der Lückenschluss vom Gewerbegebiet Flacht hinaus bis nach Perouse gewährleistet ist. Zudem werden Straßen- und Wegeanschlüsse sowie Busbuchten gebaut, beziehungsweise den neuen Straßenverhältnissen angepasst. Am Ortsausgang von Flacht, dort wo die K 1013 in die K 1017, also in die Kreisstraße Flacht - Rutesheim mündet, wird ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 38,5 Metern und einer Kreisfahrbahn mit sechs Meter Breite gebaut.
Der Kostenrahmen für den Ausbau einschließlich Kanalbau und Wasserleitung beläuft sich auf rd. 1,34 Mio. Euro. Davon trägt der Landkreis knapp 860.000 Euro, die Gemeinde Weissach 206.000 Euro, Rutesheim 133.000 Euro, Bund und Land beteiligen sich mit 142.500 Euro. Bevor mit dem Ausbau begonnen werden konnte, bedurfte es mehrerer Planungsschritte und Vereinbarungen. Die erste Ausbauplanung, daran erinnerte der Landrat, geht sogar auf das Jahr 1981 zurück. Neu aufgenommen wurde dann die Planung vor etwa sechs Jahren, nachdem durch das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der A 8 die Planüberlegungen für die K 1013 konkretisiert wurden. Planänderungen ergaben sich durch die angestrebte Kreisverkehrsanbindung an die K 1017, ein Planerwechsel und die langwierige Abstimmung zur Kostenteilung bei den Entwässerungsmaßnahmen verlängerte die Vorlaufphase. Denn die Entwässerung sowohl der Autobahn als auch der Landesstraße 1180 soll über die ausgebaute Kreisstraße 1013 laufen, und hier galt es, alle Interessen „unter einen Hut zu bringen“. Seit 2000 ist der Straßenausbau im Kreishaushalt anfinanziert, aber es dauerte über drei Jahre bis die Vereinbarung zur Finanzierung der Entwässerungsmaßnahmen mit allen Beteiligten stand. Eine Beschleunigung erfuhr das Projekt vergangenen Herbst durch den in Angriff genommenen Ausbau der A 8.
Der Straßenausbau bringt auch Verbesserungen im Wasserschutz. Fließt derzeit vom bestehenden Regenüberlaufbecken Perouse südlich der Autobahn sowohl das Schmutzwasser als auch bei Regenwetter das entlastete Mischwasser in einem gemeinsamen Mischkanal dem Kanalnetz in Weissach-Flacht zu, soll künftig Schmutzwasser und Regenwasser getrennt gesammelt werden. Im Zuge des Straßenausbaus wird ein neuer Schmutzwassersammler mit Anschluss an das Kanalnetz Weissach-Flacht und ein Regenwassersammler gebaut.
Um den Eingriff durch den Straßenausbau in Natur und Landschaft zu verringern, sind landschaftspflegerische Projekte und Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Es werden Bäume entlang der Straße gepflanzt, Heckengehölze zwischen Radweg und Straße und die Waldabschnitte naturnah aufgebaut. Renaturierungsmaßnahmen am Strudelbach nördlich von Flacht und landschaftspflegerische Maßnahmen beim Hartmannsberg zur Erhaltung seltener und gefährdeter Tiere und Pflanzen dienen als weiterer Ausgleich.
geschrieben von der Pressestelle des LRA Böblingen am 16.06.2004 um 13:50 Uhr.