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Geschichte von Weissach/Flacht

Die Geschichte von Weissach
Die Geschichte von Flacht
Das Wappen von Weissach
Das Wappen von Flacht





Weissach - Die Geschichte

das Weissacher Wappen

Weissach kommt im 9. Jahrhundert als Wizaha unter den Orten vor, wo das Kloster Weissenburg begütert war und um 1100 im Schenkungsbuch des Klosters Hirsau, welches allhier (in Wissaha, Wissha) eine Kapelle und Güter erhielt.

Ursprünglich gräflich vaihingisch, wurde ein Hauptteil um 1150 von dem Grafen Egino dieses Hauses an das Kloster Maulbronn vergabt; solches erkaufte gegen 1195 von dem Ritter Berthold Meiser ein Gut und erwarb 1294 Enzbergische, und 1402 Nippenburgische Besitzungen und sonst noch manches. Im Jahr 1254 wurde zu Recht erkannt, daß der Ritter Berthold Strubecho Kirchenvogt in Weissach sei, dem Abt von Maulbronn aber die übrigen Rechte daselbst zukommen.

Henricus scultetus de Wizach im Anfang des 14. Jahrhunderts ist der älteste bekannte hießige Schultheiß.

Das hießige Patronatsrecht kommt gegen Ende des 13. Jahrhunderts im Besitz der Enzberg'schen Familien vor; von Konrad von Enzberg erkaufte es samt dem bei Kapfenhard gelegenen Widem den 25. Januar 1334 dessen Bruder, der Augsburger Domherr Engelhard. Letzterer übergab es als Augsburger Domprobst den 23. September 1360 dem Kloster Maulbronn zu einem Jahrestag, worauf es am 29. Januar 1361 der Bischof Gerhard von Speier dem Kloster die Kirche inkorporierte.

Eine Frühmesse wurde den 26. Mai 1317 von dem alten Steinmar gestiftet. Einer Kaplanei erteilte im Jahre 1493 der Bischof von Speier seine Bestätigung.

Bei Weissach war ein jetzt abgegangener Ort Bonlanden; ein Wald in der Nähe heißt noch der Bonlander Wald. Die Kirche kam mit dem Kloster Maulbronn, welchem sie im Jahr 1361 inkorporiert worden war, an Württemberg, und so ist auch heutzutage der Pfarrsitz landesherrlich.

Im Besitz der oben erwähnten Burg Kapfenhard waren im 13. Jahrhundert die Herren von Enzberg. Seiner Witwe Elisabeth stellte Friedrich von Nippenburg den 25. Oktober 1283 für eine Summe Geldes einen Verzicht aus auf alle Recht und Ansprüche an die Burg Kapfenberg. Desselben Konrads Sohn Heinrich nannte sich ausdrücklich "von Kaphenhart". Heinrichs Witwe Hedwig und sein Bruder Friedrich von Enzberg übergaben den 6. Mai 1299 dem Kloster Maulbronn zum ewigen Heil ihrer Seelen unter Bedingungen diese Burg.

Weissach liegt 2½ Stunden südwestlich von Vaihingen, teils in der schmalen Ebene des nicht tief eingefurchten Strudelbachtales, größtenteils aber an den leichten Ausläufern der linken Talgehänge.

Der Ort, in welchem im Jahr 1726 30 Häuser vom Feuer verzehrt worden waren, brannte im Jahr 1791 bis auf wenige Häuser ab und wurde dann regelmäßig, mit ziemlichen breiten, meist rechtwinklig sich schneidenden Straßen wieder angelegt, so daß derselbe ein städtisches Aussehen erhielt. Wegen der schmalen Talebene mußte der Ort eng gebaut und etwa in die Länge gezogen werden; es fehlt daher an den nötigen Hofräumen und die Düngerstätten müssen deshalb, ausgenommen die Hauptstraße, häufig vor den Häusern angebracht werden.

Die am nordwestlichen Ende des Dorfes auf einem Terrainvorsprung hoch und frei gelegene Pfarrkirche wurde im Jahr 1811 bedeutend, aber stilwidrig verändert, und trägt nur noch an dem westlichen Giebel, besonders aber an der Nordseite, wo an dem Dachfries seltsame Tierfiguren angebracht sind, entschiedene Spuren der frühromanischen Bauweise. Das Innere der Kirche hat außerdem einem, im germanischen Stil gebauten Taufstein, nichts Bemerkenswertes. Etwa 20 Fuß jenseits der Kirche steht vereinzelt der viereckige monströse Turm, der mit Ausnahme des obersten, in späterer Zeit aus Holz aufgesetzten Stockwerks ganz massiv, zum Teil aus Bossagen schmucklos erbaut ist; an demselben befindet sich 20 Fuß über der Erde der rundbogige Eingang, während der zu ebener Erde angebrachte nur zu dem unteren als Keller benutzten Stockwerke führt.

Um die Kirche sind kleine, auf die Kirchhofmauer stoßende Gebäude angelegt, unter denen sehr alte Kellergewölbe, vom Volke "Gaden" (d.h. Vorratskammern) genannt, sich befinden, welche von den Bewohnern des unteren Ortsteils benutzt wurden. Einige Schritte westlich der Kirche steht ein uraltes, steinernes Gebäude, das sogenannte "Herrenhaus" mit rundbogigem Eingang; dasselbe stößt ebenfalls auf die Kirchhofmauer, und stand mit dieser in engster Verbindung, indem von dem Herrenhaus ein Ausgang auf den Umfang der Kirchhofmauer führte. Um diesen Gebäudekomplex (Kirche, Turm, Herrenhaus und die kleinen Garten) lief eine starke, teilweise noch erhaltene Mauer mit Zwinger, so daß das Ganze ein merkwürdig erhaltenes Bild eines wohlgefestigten Kirchhofes liefert.

(Entnommen aus "Beschreibung des Oberamts Vaihingen", herausgegeben von dem königlichen statistisch-topographischen Bureau, Druck und Verlag von Eduard Hallberger, Stuttgart, 1856).



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Flacht - Die Geschichte

das Flachter Wappen

Das im Strudelbachtal gelegene Dorf erstreckt sich teils in der Ebene, teils den Höhen entlang. Pfarrhaus und Schulhaus, Mühle und Schafhaus heben sich im Ortsteil heraus. Die auf befestigtem Kirchhof gelegene evangelische Pfarrkirche zum hl. Laurentius macht den Eindruck einer im 18. und 19. Jahrhundert umgestalteten gotischen Anlage. Der Chor ist im niedrigen Ostturm untergebracht, der einen Fachwerkaufbau mit Rautenmuster und eingezogenes Heimdach des 17./18. Jahrhunderts trägt.

Flacht steht in enger Beziehung zu Weissach, das ursprünglich wohl eine Siedlung auf gleicher Markung ist. Beide Gemeinden hatten noch im 16. Jahrhundert gegenseitig Zufahrt mit Rindvieh, Schafen und Schweinen auf der ganzen Markung. Wer von Flacht nach Weissach zog und umgekehrt, war ohne weiteres des Bürgerrechtes fähig. Bei Käufen von einer Markung zur anderen war Marklosung ausgeschlossen.

Flacht gehört zum "Eigen", wird aber selbst erst am Ende des 13. Jahrhunderts erwähnt (1293 Vlacht, Flachte, zu flach oder zu flechten?). Zunächst erscheinen einige Grafen mit Rechten am Ort. Im Jahr 1293 verkaufte Graf Eberhard von Tübingen seinen Besitz in Flacht, Leute und Gut, wie es sein Oheim, Graf Albrecht von Hohenberg, an ihn gebracht hatte, um 450 Heller an das Kloster Maulbronn. Im gleichen Jahr erscheinen die Grafen von Helfenstein wenigstens mit lehensherrlichen Rechten; Graf Ulrich von Helfenstein schenkte 1293 dem Kloster seine "Eigentumsrechts" in Flacht, er hatte aber wohl nur einen Teil daran, denn helfensteinische Lehensrechte bestehen in Flacht noch länger fort. Neben den Grafen von Tübingen und von Helfenstein hatten auch die Grafen von Württemberg Rechte im Ort. Nach dem Lagerbuch des Leonberger Amtes von 1424 zahlte Flacht jährlich 35 Schilling an Württemberg als Steuer; auch das Patronat nahm der Graf zeitweise in Anspruch.

Diesen hochadligen Rechten gingen die der Ortsherrschaft zur Seite. Ein "Burgstall" beim Dorf weist in Verbindung mit der folgenden Geschichte auf einen ursprünglichen Ortsadel hin. Die ortsherrlichen Rechte hingen im 13. Jahrhundert an einem Hofe zwischen Kirchhof einerseits, Bach und Mühle andererseits, der des Gelings Hof genannt wird, wohl nach Reinhard genannt Geiling von Ehningen, der hier 1309 einige Gülten an Kloster Maulbronn verkaufte.

Zu allen Neubauten, die mit der Bewilligung der Maulbronner Amtsleute und des Gerichts zu Flacht angefangen wurden, wurde das Tannenholz aus dem Maulbronner Hagenschieß auf Markung Wimsheim gegeben. Eichenholz zu Schwellen, Pfosten, Riegeln, Bügen u.a. auch Blechholz zu alten Bäuen und Holz zu den Ställen gab die Gemeinde. Wer eigenwillig und unnötig außerhalb Etters auf einen Platz baute, wo vorher keine Hofstatt war, hatte keinen Anspruch auf Holz. Das alte Holz sollte womöglich zum Bau verwendet werden, andernfalls erhielt er es als Brennholz. Wenn es verkauft wurde, kam 1/3 des Erlöses an den Flecken, 2/3 an den Bauenden. Durch Vertrag vom 13. November 1840 löste der Staat die Ansprüche der 153 Häuser- und Hofstattbesitzer auf Bauholz aus dem Hagenschieß, unter Aufhebung der seitherigen Frondienste ab, und gab ihnen dafür 40 Morgen vom Wald Steinsberg zu freiem Eigentum, dazu noch 230 Tannenstämme für die Bedürfnisse der schon baufälligen Häuser. Die Verwaltung der 40 Morgen Wald blieb ihnen überlassen.

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Das Wappen von Weissach

Die Herkunft des Wappens ist nicht bestimmbar.

Das Weissacher Wappen Volkssage: Wohl ursächlich in Zusammenhang (Sühnekreuz) mit dem in Weissach erschlagenen Abt Johann von Neipperg (1212) entstanden. Da das Kloster Maulbronn (Hubenbuch / Fleckenbuch) erheblichen Grundbesitz am Ort hatte und sich dort auch eine Fliehburg mit Steinkasten befand, ist das Wappen wohl hier erstmals zuordenbar. Alle Unterlagen fehlen jedoch bis 1610. Hier wird das Wappen in einem Steingewend unter der alten Volksschule eingemeisselt (ältester bisher bekannter Nachweis).

Seit 1682 erscheint das Wappen dann auch auf Marksteinen oft auch zusammen mit dem Buchstaben "W". Anfang des 19. Jh. erfolgt die Übernahme als Fleckenwappen/Schultheissenamt. 1953 Neuverleihung des Wappens mit den rot-weissen Wappenfarben der Neipperger. Seither unverändertes Fleckenwappen.

Die meisten der gebräuchlichen Fleckenwappen werden in Form und Farbe erst im 20. Jahrhundert ausgestattet. Nur bedeutende Städte oder Klöster haben das Privileg ältere Wappenbilder oft über Jahrhunderte unverändert zu führen. Dieses trifft weder für das Wappen von Weissach, noch für das Wappen von Flacht zu. Die Ursprünge dieser Wappen sind zwar wesentlich älter, jedoch sind die heute gebräuchlichen "modernen" Wappen noch keine 50 Jahre alt.



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Das Wappen von Flacht

Die Herkunft des Wappens ist nicht bestimmbar.

Das Flachter Wappen Volkssage: Zuordenbar dem Maulbronner Abt Johann Entenfuss (1512/1518). Dieser führt einen dreizehigen Entenfuß über einem Bischofstab als Hauswappen. Heute noch in Stein gehauen an einer Refektoriumssäule im Kloster Maulbronn sichtbar. Zudem bestehen zeitgleiche Brief- und Urkundssiegel. Darüber hinaus keine älteren Aufzeichnungen in der Wappenakte des Staatsarchivs bzw. Klosterarchivs Maulbronn bekannt. Auch keine Ähnlichkeit zu anderen Wappen im Maulbronner Raum. Da das Kloster Maulbronn (Hubenbuch / Fleckenbuch) in Flacht erheblichen Grundbesitz hatte, ist eine Wappenübernahme denkbar.

Beschreibungen des 19. Jh. besagen, dass der Ort bedeutende Teichwirtschaft und Geflügelzucht besitzt. Auch diese Deutung ist möglich.

Die Herkunft des Wappens ist daher nicht schlüssig belegt.

Das Wappen wird als sogenanntes Fleckenwappen aber schon vor 1930 geführt. Am 20. Mai 1958 fasst der Kunstmaler Sepp Vees dieses Wappen farblich neu. Am 2. Juni 1958 Verleihung des Gemeindewappens durch das Innenministerium Baden-Württemberg. Seither unverändert.

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